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Führungsarchitektur9 min

Wenn Führungsebenen nicht an einem Strang ziehen: Ursachen und 5 Lösungsansätze

Geschäftsführung beschließt, Middle Management nickt, unten passiert nichts. Warum Führungsebenen auseinanderdriften und was dagegen hilft.

Von Marcus Schweighart und Laura Bergmann

Teil des Clusters Führungsarchitektur. Wenn Vorstand, Mittelbau und Teams dieselbe Sprache sprechen.

Die Geschäftsführung beschließt. Das Middle Management nickt. Und an der Basis passiert: nichts. Oder etwas völlig anderes als geplant. Wer dieses Muster kennt, ist nicht allein. Und es liegt selten an mangelndem Willen.

Warum Führungsebenen auseinanderdriften

Jede Ebene hat ihre eigene Wahrheit. Eigene Prioritäten. Eigene Sprache. Strategische Entscheidungen verlieren auf dem Weg nach unten an Klarheit. Was im Vorstandszimmer als logischer Schritt erscheint, wirkt zwei Ebenen tiefer wie ein weiterer ungeplanter Eingriff.

Drei Führungsebenen, die zusammen oder auseinander laufen.ENTKOPPELTVERBUNDENGeschäftsführungMiddle ManagementTeamsGeschäftsführungMiddle ManagementTeams
Drei Ebenen, die unverbunden arbeiten oder durchgängig getragen sind.HBC eigene Darstellung

Das Muster dahinter erkennen

In Organisationen wird gerne psychologisiert. Strukturelle Probleme werden den Menschen zugeschrieben. Wer "nicht mitzieht", ist schnell als unwillig markiert. Aber meistens ist es kein Willensthema. Es ist ein Klärungsthema.

Zwischen Menschen und Mustern · Folge : Teambuilding

Marcus Schweighart über die Versuchung, Strukturprobleme als Persönlichkeitsprobleme zu deuten.

In Organisationen wird gerne psychologisiert. Strukturelle Probleme werden den Menschen zugeschrieben."
Marcus Schweighart und Laura Bergmann
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Erwartungsklärung ist eine Führungsaufgabe, kein Team-Thema. Wenn jede Ebene die Strategie auf eigene Weise interpretiert, ist nicht das Team das Problem. Sondern die fehlende Übersetzung.

Interpretationen füllen den Raum, in dem Klärung fehlt

Wo Erwartungen unausgesprochen bleiben, füllen sich die Lücken mit Vermutungen. Die Geschäftsführung vermutet, das Middle Management wolle bremsen. Das Middle Management vermutet, die Basis sei überfordert. Die Basis vermutet, oben habe niemand verstanden, wie es hier läuft. Alle drei Vermutungen können falsch sein und trotzdem die Zusammenarbeit prägen. Wer diese Ebenen wieder verbindet, arbeitet zuerst gegen die Interpretation, dann für die Klärung.

Zwischen Menschen und Mustern · Folge : Teamkultur und Verbundenheit

Laura Bergmann zu einem Muster, das die meisten Organisationen kennen.

Interpretationen ersetzen tatsächliche Klärung. Reden über statt Reden miteinander."
Laura Bergmann
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Verletzlichkeit ist der erste Führungsimpuls

Klärung entsteht selten, wenn jemand ein neues Meeting-Format ankündigt. Sie entsteht, wenn jemand zuerst sichtbar wird. Der französisch-kanadische Soziologe Julien Merrimerivel formuliert das als Grundprinzip: „Öffne dich, um eine Beziehung zu vertiefen." Verletzlichkeit ist die Einladung dazu, dass das Gegenüber auch etwas von sich preisgibt.

Für Führungskräfte klingt das kontraintuitiv, weil Verletzlichkeit oft mit Schwäche verwechselt wird. In der Praxis ist es umgekehrt. Wer als erster benennt, was nicht klar ist, was schwer fällt, was er selbst noch nicht versteht, gewinnt Klarheit für alle. Das ist keine Wohlfühl-Übung. Es ist Führung.

5 konkrete Lösungsansätze

Wir starten mit Interviews auf allen Ebenen und einer Kulturmessung. Wir machen sichtbar, wo Verständnis bereits geteilt wird und wo es auseinandergeht. Im Anschluss begleiten wir partizipative Workshops mit der Geschäftsführung und dem erweiterten Führungskreis. Ergebnis: Ein Set von Führungsprinzipien, das jede beteiligte Person mitformuliert hat. Und das deshalb auch im Montag-Meeting trägt.

Fazit

Führungsebenen ziehen nicht automatisch an einem Strang. Sie müssen verbunden werden. Mit gemeinsamer Sprache, klaren Entscheidungswegen und Räumen, in denen sich Ebenen begegnen.

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